Krankenhaushygiene und Antibiotikamanagement

Die Zielsetzung der Krankenhaushygiene liegt in der Verhütung, Erkennung und Bekämpfung von Krankenhausinfektionen, nach den Vorgaben des Infektionsschutzgesetze und der Bremer Krankenhaushygieneverordnung. Die Organisation der Krankenhaushygiene basiert auf unterschiedliche Gremien und Personalien, die u.a. in der Klinik zur Vermeidung von nosokomialen Infektionen, Fortbildung der Mitarbeiter oder der Infektionserfassung beitragen.

Hygienekommission

Die Hygienekommission berät die Krankenhausleitung in allen grundsätzlichen Fragen der Organisation  und  Sicherstellung  der  Krankenhaushygiene  und  des  Infektionsschutzes einschließlich besonderer Fragen bei aktuellem Anlass und bei abteilungsübergreifenden Fragestellungen. Sie tagt mindestens 4 x jährlich. Mitglieder der Kommission sind neben der Krankenhausleitung die hygienebeauftragten Ärzte der einzelnen Fachdisziplinen und die Hygienefachkraft.

Hygienefachkraft

Im St. Joseph-Hospital ist vollzeitlich eine Hygienefachkraft eingesetzt. Die Hygienefachkraft ist im klinischen Alltag zentraler Ansprechpartner für alle Berufsgruppen. Ihre vielfältigen Aufgaben sind u.a.:

  • Beratung aller Mitarbeiter zur Fragestellung in der Hygiene und bei der Infektionsprävention
  • Fortbildung und Unterweisung des Personals
  • Infektionserfassung und Erfassung multiresistenter Erreger
  • Erstellung von Hygieneplänen und Desinfektionsplänen
  • Überwachung von Hygiene-, Isolations- und Desinfektionsmaßnahmen
  • Überprüfung technischer Anlagen und hygienisch mikrobiologische Untersuchungen

Das St. Joseph-Hospital nimmt erfolgreich an verschiedenen bundes- oder landesweiten Projekten teil, die zur Qualitätssicherung und -steigerung eingeführt wurden.

Aktion Saubere Hände

Eine Übertragung multiresistenter Keime erfolgt hauptsächlich über Kontakt mit den Händen. Seit 2008 nimmt das Krankenhaus aktiv an der vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziales ins Leben gerufene Aktion zur Verbesserung der Händehygiene teil. Durch Schulungen, Erhöhung der Anzahl von Händedesinfektionsmittelspendern und Kontrollen konnte der Verbrauch von Händedesinfektionsmittel deutlich erhöht werden.

MRSA-Netzwerk Bremen

Seit dem Aufbau durch die Gesundheitsbehörde des Landes Bremen im Jahr 2008 ist das St. Joseph-Hospital Mitglied des Netzwerks. Ziel des Netzwerks ist das frühzeitige Erkennen einer MRSA-Besiedlung. Eine zentrale Aufgabe besteht darin, bei der Aufnahme Risikopatienten auf MRSA zu screenen und schnellstmöglich Isolierungs- und Sanierungsmaßnahmen einzuleiten. Dadurch wird eine Übertragung von MRSA auf andere Patienten verhindert.

Erfassung nosokomialer Infektionen nach KISS

Das St. Joseph-Hospital nimmt an mehreren KISS-Modulen (wie z.B. ITS-KISS, MRSA-KISS und Hand-KISS) zur Surveillance von nosokomialen Infektionen teil. Ziel ist es, durch Lieferung von Referenzdaten eine Orientierung für die teilnehmenden Krankenhäuser zu erhalten. Die Prävention von nosokomialen Infektionen durch Problemerkennung, Optimierung der Behandlungsqualität und Reduktion von Infektionen zu verbessern.
KISS steht unter der Verwaltung des Robert Koch Instituts und ist in Deutschland die größte und anerkannteste Methode zur Erfassung von nosokomialen Infektionen.

Antibiotikamanagement

Da im St. Joseph-Hospital Patienten mit schweren Infektionserkrankungen aufgenommen werden, ist der Einsatz von Antibiotika oft nicht vermeidbar. Durch häufigen Einsatz von Antibiotika besteht jedoch die Gefahr, dass bei Erregern ungewollte Resistenzen erzeugt werden. Um dieses Risiko zu minimieren, werden im St. Joseph-Hospital regelmäßig die Antibiotikaverbräuche bezogen auf Antibiotikaklassen und Patiententage überprüft. Dies geschieht im Rahmen einer Kooperation mit der Klinik für Infektiologie der Universitätsklinik Freiburg und dem Dachverband deutscher Krankenhausapotheker (sog. ADKA-IF-Projekt). Darüberhinaus ist das St. Joseph-Hospital Mitglied im sogenannten bundesweiten Antiobiotic-Stewardship (ABS) -Netzwerk, in dem regelhaft optimale Antibiotikastrategien festgelegt und besonders geschulte Mitarbeiter die hausinternen Antibiotikatherapien überwachen.