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Weiterbildungs-Curriculum Anästhesiologie für Assistenzärzte
Primärer Ansprechpartner während der gesamten Weiterbildung ist als Mentor der Oberarzt Jörg Biank. Die Stufen I – III werden möglichst mit dem Mentor absolviert, danach steht als Ansprechpartner der aufsichtführende Oberarzt des jeweiligen Bereiches zur Verfügung.
Stufe I (Dauer 1 Monat)
Reines Zuschauen beim Ablauf einer Anästhesie, d.h. „Mitlaufen“ neben einem erfahrenen Anästhesisten während des täglichen OP-Programms. Hierbei besteht die Gelegenheit zu wechselseitiger Fragestellung und Erklärungen.
Stufe II (Dauer 6 Monate)
Einüben definierter Verrichtungen unter unmittelbarer persönlicher Anleitung und Beaufsichtigung durch den lehrenden Arzt (Anlage der Infusion, Überprüfen des Narkosegerätes, Intubation, manuelle Beatmung, Einstellen des Respirators, Extubation und andere).
Stufe III (Dauer 6 Monate)
Zusammenhängende Durchführungen einer Anästhesie unter ununterbrochener persönlicher Anleitung und Beaufsichtigung durch einen erfahrenen Anästhesisten.
Stufe IV (Dauer 12 Monate)
Selbstständige Übernahme definierter Phasen einer Anästhesie in unkomplizierten Fällen mit der Verpflichtung, bei Komplikationen und in Zweifelsfragen jederzeit auf einen in Rufweite befindlichen Facharzt zurückzugreifen (z.B. Narkoseein- und ausleitung noch unter unmittelbarer Aufsicht; selbstständige Überwachung der Narkose in Phasen stabiler Kreislaufverhältnisse und kontrollierter Beatmung).
Stufe V (Dauer 12 Monate)
Selbstständige Durchführung einer unkomplizierten Anästhesie mit der Möglichkeit des sofortigen Rückgriffes auf einen in Rufweite befindlichen Facharzt.
Stufe VI (Dauer 12 Monate)
Selbstständige Durchführung von Anästhesieverfahren mit allmählich ansteigendem Schwierigkeitsgrad mit der Möglichkeit des sofortigen Rückgriffes auf einen erfahrenen im benachbarten Operationssaal befindlichen Facharzt.
Stufe VII (Dauer 12 Monate)
Selbstständige Durchführung der im Routine-OP-Programm anfallenden Anästhesieverfahren mit Ausnahme spezieller Risikofälle mit der Möglichkeit auf den im Haus befindlichen Chef- oder Oberarzt zurückzugreifen.
Für die Ausbildungsstufen VI und VII geplante Rotationen:
- Thoraxchirurgie (Krankenhaus am Bürgerpark, Bremerhaven)
- Neurochirurgie (Klinikum Reinkenheide, Bremerhaven)
- Große orthopädische Eingriffe (z.B. Wirbelsäulenchirurgie) und Urologie (Krankenhaus Seepark, Debstedt)
Stufe VIII
Einteilung in den Bereitschaftsdienst (Facharztdienst mit der Möglichkeit auf den außerhalb des Hauses in Rufbereitschaft befindlichen Chef- oder Oberarzt zurückzugreifen).
Regionalanästhesien
Ab Stufe II der Weiterbildung sollen Regionalanästhesien unter unmittelbarer persönlicher Anleitung und Beaufsichtigung durch den lehrenden Arzt durchgeführt werden.
Voraussetzung ist der Nachweis der Kenntnis der anatomischen Strukturen und der hygienischen Bestimmungen zur Durchführung.
Zunächst erfolgen technisch einfache Regionalanästhesien (Spinalanästhesie, Fußblock, Leitungsanästhesie peripherer Nerven, axilläre Plexusanästhesie).
Bei sicherer Beherrschung werden lumbale Epiduralanästhesien, sowie infra- und supraclavikuläre Plexusanästhesien durchgeführt.
Thorakale Epiduralanästhesien und die geburtshilfliche Epiduralanalgesie erfolgen ab Stufe VI der Weiterbildung.
Ab Stufe IV erfolgt die Teilnahme am Akutschmerzdienst.
Themengebiete im 1. und 2. Ausbildungsjahr
Medikolegale und wirtschaftliche Aspekte in der Anästhesie:
- Kenntnisse der Besonderheit und Durchführung einer korrekten anästhesiologischen Aufklärung des Patienten sowie der Dokumentation.
- Kenntnisse anästhesierelevanter Gesetze bzw. Verordnungen
- Entschließung und Empfehlung der DGAI und des BDA und andere.
Gerätekunde und Narkosezubehör z.B.
- Kenntnisse und Fähigkeiten, welche nach MedGV festgelegt sind
- Funktionsprinzipien und Bedienung von Narkosegeräten und Narkosesystemen, von Monitoren, Defibrillatoren, Herzschrittmachern etc.
Vorbereitung des Patienten auf Anästhesie und Operation:
Bereits zu Beginn der Weiterbildung sollte der Arzt in der Lage sein, eine ausführliche präoperative Anamnese zu erheben, eine eingehende körperliche Untersuchung durchzuführen sowie eventuelle Diskrepanzen zwischen anamnestischen Angaben und von ihm erhobenen Befunde zu erkennen. Weiter sind Grundkenntnisse in der Interpretation von EKG, Röntgenaufnahme des Thorax und Laborwerten erforderlich.
Anästhesieführung
Unter Berücksichtigung der präoperativ erhobenen Befunde soll der Arzt in der Lage sein, das für den Patienten bestmögliche Anästhesieverfahren vorzuschlagen. Kenntnisse der gängigen Verfahren in der Allgemein- und Regionalanästhesie, der Kontraindikationen und Komplikationsmöglichkeiten. Erarbeiten eines postoperativen Analgesiekonzeptes. Kenntnisse von Lagerungstechniken, sofern sie in den Bereich der Anästhesie fallen.
Kardiopulmonale Reanimation und Schocktherapie:
- Beherrschung aller Methoden der kardiopulmonalen Reanimation incl. Beherrschung aller wichtigen medikamentösen Behandlungsmethoden.
- Venöse und arterielle Zugänge
- Legen von peripheren, arteriellen und zentralvenösen Zugängen einschl. einer fachgerechten Fixierung.
- Indikation, Kontraindikation, Komplikationen, Kenntnisse über Indikation und Kontraindikation aller Anästhesieverfahren, sowie über mögliche Komplikationen deren Vermeidung und Soforttherapie
- Diagnose Prävention und Therapie der malignen Hyperthermie.
Themengebiete im 3. und 4. Weiterbildungsjahr
Spezielle Anästhesiekenntnisse der operativen Medizin
- z.B. Anästhesie bei Ileus, großen abdominellen Eingriffen. „Ileus-Einleitung“ (RSI).
- Anästhesieverfahren in der Thoraxchirurgie
- Anästhesieverfahren in der Traumatologie
- Anästhesieverfahren im Rahmen geburtshilflicher und gynäkologischer Eingriffe, einschließlich Technik mit hohen und Besonderheiten der rückenmarksnahen Regionalanästhesieverfahren in der Geburtshilfe. Besonderheiten der Anästhesie bei Sectio caesarea
- Anästhesie in der Gefäßchirurgie mit deren Besonderheiten.
- Besonderheiten der Anästhesie in der Ophthalmologie
- Besonderheiten der Anästhesie in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
- Spezielle Probleme und Gefahren der Anästhesie bei ambulanten Eingriffen sowie deren Indikation und Kontraindikation für die Durchführung einer ambulanten Anästhesie
- Anästhesie in der Neurochirurgie (Kooperation mit dem Klinikum Reinkenheide)
- Anästhesie in der Herzchirurgie (extern)
Spezielle Kenntnisse, Pathophysiologie von obstruktiven und restriktiven Atemstörungen und Techniken ihrer Behandlung
- Interdisziplinäre Therapie von Schmerzzuständen
- Kenntnisse im Bereich der Diagnostik von Störungen des Reizbildungs- und Reizleitungssystem der Myokardischiämie, der Hypertrophie
- Kenntnis in der Röntgendiagnostik, der Thoraxorgane (Erkennen von Pneumothorax, Pleuraerguss, Atelektasen, etc). Kenntnisse der Lungenfunktionsdiagnostik,
- Kenntnisse in der Durchführung von Laboruntersuchungen
- Kenntnisse in der Grundlage des Transfusionswesen
- Kenntnisse der Behandlung von Vergiftungen
Notfall- und Rettungsmedizin (zum Teil extern)
Erwerb des Fachkundenachweises Rettungsdienstes (gehört nicht zum Inhalt der Weiterbildung Anästhesie)
Themengebiete im 5. Weiterbildungsjahr
Nicht spezielle Intensivmedizin
Grundlage und Techniken der nichtspeziellen Intensivmedizin des Gebietes Anästhesiologie
Im Rahmen des 12-monatigen Teils der Weiterbildung in der nichtspeziellen Intensivtherapien sollen Kenntnisse der Funktion aller Organsysteme, ihrer gegenseitigen Beeinflussung sowie der Genese der Diagnostik und Therapie ihrer Störung, gleichzeitig mit den zur Diagnostik und Therapienotwendigen praktischen Fähigkeiten erworben werden.
Unter anderem Kenntnisse der Konstruktion und Funktion von
- Beatmungsgeräten
- Beatmung, Langzeitbeatmung und Entwöhnung von der Beatmung
- Bronchoskopie
- Intravenöse Flüssigkeitstherapie einschl. der parenteralen und enteralen künstlichen Ernährung
- Behandlung des Postaggressionsstoffwechsels
- Erkennen und Behandeln akuter Organversagens
- Therapie von Blutgerinnungsstörungen
- Analgesie und Sedierung auf der Intensivstation
- Antibiotikatherapie
- Hygiene auf der Intensivstation
- Organisation und Dokumentation auf der Intensivstation
- Hirndruckdiagnostik
- Rechtliche und organisatorische Aspekte der Organspende.



